Stattkino



Do 22. - Mi 28.Feb.

EX LIBRIS – THE NEW YORK PUBLIC LIBRARY
von Frederick Wiseman, USA 2017, 197 Min., E/d,f

Aufgrund ihres Umfangs an Archiven, Büchern, Film-, Drama-, Kunst- und Tanzsammlungen zählt die New  York Public Library zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen der Stadt New York und ist eine der grössten Bibliotheken der Welt. Über 51 Millionen Medien befinden sich in der Bibliothek an der Fifth Avenue.
Ihr Hauptsitz und ihre 92 Ableger in Manhattan, der Bronx und Staten Island sind zusätzlich zur traditionellen Bibliotheksarbeit zu Gemeindezentren geworden, die eine grosse Bandbreite an Kursen anbieten: Business, Computerprogrammierung, Sprachen, Nachhilfeprogramme und Erwachsenenbildung.  Die Bücherei ist die demokratischste aller Einrichtungen.  Jeder ist willkommen und alle Rassen, Ethnien und sozialen Klassen nehmen aktiv am Leben in der Bibliothek teil.

Trailer

Interview mit Frederick Wiseman

Sie sind für Ihre Arbeiten über amerikanische Institutionen bekannt und haben dieses Jahr einen Ehren-Oscar dafür erhalten. Was hat Ihr Interesse an der New York Public Library geweckt?


Ich habe öffentliche Büchereien immer geliebt und genutzt, weil ich darin etwas lernen und entdecken kann und sie mit Überraschungen und Anregungen aufwarten. Bevor ich den Film drehte, war ich mit der Fülle, dem Umfang und der Bandbreite an Dienstleistungen, die die New York Public Library in ihrem Hauptsitz und ihren 92 Ablegern allen Klassen, Rassen und Ethnien anbietet, nicht vertraut. Auch faszinierten mich die Unzahl an Archiven und Sammlungen, die Vielfalt an Programmen und der echte und leidenschaftliche Einsatz, mit dem das Personal jeden, der hier Hilfe sucht, bei Bildungs-, Forschungs-,  Sprach- oder Businessfragen, um nur einige Bereiche zu nennen, berät.

Eine der Personen, die im Film auftauchen, bezeichnet Büchereien als „Säulen der Demokratie“. Ist das nicht ein wenig übertrieben?

Nein, das finde ich nicht. Bevor ich den Film drehte, wusste ich nichts über den Umfang des Büchereibetriebs. Nachdem ich 12 Wochen in der Bücherei verbracht habe, halte ich das für eine angemessene und zutreffende Beschreibung. Die NYPL ist nicht  nur ein Ort, den man wegen seiner Bücher und Archive aufsucht, sie ist eine Schlüsseleinrichtung für die Einwohner und Bürger der Stadt, vor allem in Armen- und Immigrantenvierteln, in denen die Bücherei nicht nur ein passiver Ort ist, an dem man Bücher ausleiht. Die Ableger sind zu Gemeinde- und Kulturzentren geworden, in denen eine grosse Vielfalt an Bildungsprogrammen für Kinder und Erwachsene stattfindet. Das Personal der Bücherei hilft bei Sprach- und Computerkursen, Literatur- und Geschichtsseminaren oder bei der Frage, wie man ein Geschäft gründet, ebenso wie es das Schulprogramm durch Nachhilfekurse für Kinder und Jugendliche ergänzt. Es gibt buchstäblich hunderte von Bildungsprogrammen für Menschen jeden Alters und aus allen sozialen Klassen. Der Film zeigt, welch breites Spektrum an Möglichkeiten die Bücherei bietet. Die NYPL  verkörpert den zutiefst demokratischen Gedanken, für jeden offen zu sein. Alle Klassen, Ethnien, Rassen sind mit der Bücherei verbunden. Für mich ist die New York Public Library ein Abbild gelebter Demokratie. Sie steht für das Beste in Amerika. Aus diesem Grund scheint es mir nicht übertrieben, Büchereien als „Säulen der Demokratie“ zu bezeichnen.
   
 

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